Gardens liegt südlich der Innenstadt, eingeklemmt zwischen Tafelberg und Lion's Head. Der Zensus zählte 2011 genau 7.960 Menschen auf 1,90 Quadratkilometern. Vom Company's Garden bis in die Long Street läufst du zehn Minuten, bergab. Zurück dauert es länger. MyCiTi fährt mit den Linien 101 und 111 als Ring durch das Viertel, dazu kommen 103, 106, 107 und 113, und ein Auto ist hier eher Last als Hilfe.
Der Name kommt vom Garten, und der Garten kam vor der Stadt. Am 29. April 1652, drei Wochen nach der Landung von Jan van Riebeeck, begann der Obergärtner Hendrik Boom mit dem Umgraben. Das war keine Schauanlage, sondern der Grund, warum die Niederländische Ostindien-Kompanie hier überhaupt eine Station baute: Schiffe auf dem Weg nach Asien brauchten frisches Gemüse. Kapstadt ist als Gemüsebeet gegründet worden.
Der Garten, der seine Aufgabe nicht erfüllt hat
Die Erzählung endet meist hier, beim Garten, der die Seefahrer vor dem Skorbut rettete. Die Akten gehen weiter. Binnen zehn Jahren wuchs der Garten auf rund 18,1 Hektar, mit Gemüse, Obst, Kräutern und Heilpflanzen. Genug für die vorbeifahrenden Schiffe war es trotzdem nicht.
Im Februar 1657 entließ die Kompanie deshalb neun ihrer Bediensteten aus dem Dienst und gab ihnen Land am Liesbeek, damit sie auf eigene Rechnung anbauten. Aus diesen Freiburgern wurde die Kolonie, ab 1659 reichte die Produktion für jedes ankommende Schiff. Nicht der Garten hat die Stadt hervorgebracht, sondern sein Scheitern. Das Land dafür war das Weideland der Khoikhoi, und 1660 zog van Riebeeck eine Hecke aus wilden Mandelbäumen als Grenze der Siedlung. Reste davon stehen heute in Kirstenbosch und in Bishopscourt.
Danach ist die Geschichte des Gartens eine Geschichte des Schrumpfens. Simon van der Stel baute ihn ab 1679 zur Zieranlage um. Kirche, Hospital, Lusthaus und Sklavenhaus nahmen Fläche weg, 1892 übernahm die Stadt einen Park, und 1962 wurde er Nationaldenkmal. Heute misst der Company's Garden 3,2 Hektar. Das ist nicht einmal ein Fünftel dessen, was er einmal war.
Wer die Rechnung vollständig will, geht die Government Avenue bis ans untere Ende durch, bis zur Adderley Street. Dort steht die Slave Lodge, 1679 von der Kompanie gebaut, um bis zu fünfhundert versklavte Menschen unterzubringen. Sie kamen aus Ostafrika, Madagaskar, Indien und Südostasien und arbeiteten für die Kompanie, in der Landwirtschaft, auf Baustellen und in Haushalten. Seit 1998 ist das Gebäude ein Museum.
Was in der Kloof Street gerade passiert
Die Kloof Street ist die Achse des Viertels, rund 1,4 Kilometer vom Rand der Innenstadt hinauf Richtung Kloof Nek, dicht besetzt mit Cafés, Läden und Restaurants. Time Out setzte sie 2025 auf Platz 22 der World's Coolest Streets, als einzige Straße Afrikas in der Liste. Gut fürs Geschäft. Schlecht für die Miete.
Denn Gardens gehört zu den Vierteln, in denen die Kurzzeitvermietung die Wohnungen aufgezehrt hat. Für die Innenstadt nannte die Daily Maverick im August 2026 einen Anteil von rund 70 Prozent an Wohnungen, die von Hotels bewirtschaftet oder auf Airbnb gelistet sind. Am 4. August 2026 legte die Stadt den Entwurf einer Short-Term Letting By-Law vor, mit Registrierungspflicht, Registriernummer in der Anzeige und gewerblichen Abgaben ab dem 1. Juli 2027 für alle, die mehr als die Hälfte des Jahres kurzzeitig vermieten. Einwendungen sind bis zum 4. Oktober 2026 möglich.
Was du von Gardens aus zu Fuß erreichst
Im Garten und an seinem Rand stehen das Iziko South African Museum von 1825, die South African National Gallery und das Planetarium. Die Gardens Shul von 1862 gilt als Mutter-Synagoge Südafrikas, gleich daneben liegt das Jüdische Museum. Und an der Orange Street 68 läuft das Labia, das am 16. Mai 1949 von Prinzessin Labia im Ballsaal der italienischen Botschaft eröffnet wurde und heute Klassiker und Arthouse zeigt.
Zwei Dinge zur Lage, die auf keinem Foto stehen. Am späten Nachmittag liegt Gardens früher im Schatten als die Atlantikseite, weil Lion's Head und Signal Hill im Westen stehen. Und der Südost, der von September bis März weht, drückt durch den Einschnitt zwischen Tafelberg und Lion's Head; oben in der Kloof Street merkst du ihn deutlicher als unten am Garten. Voll wird es zwischen Dezember und Februar, wenn Hochsaison und Wind zusammenfallen.
- Vom Zentrum
- 1,4 kmLuftlinie zur Grand Parade
- Einwohner
- 7.960Zensus 2011, sub place Gardens
- MyCiTi
- fährtLinien 101, 103, 106, 107 und weitere
- Unterkünfte
- 21 HäuserPreisniveau 3 von 5
Unser TippDie Slave Lodge steht am unteren Ende der Government Avenue, keine zwei Minuten vom Garten entfernt. Kaum jemand geht die Allee bis dorthin durch, und genau da steht die andere Hälfte der Gartengeschichte.
Sicherheit in Gardens
Zuständig ist das Polizeirevier Cape Town Central. Die Zahlen unten gelten für dieses Revier als Ganzes, nicht für Gardens allein: Ein Revier deckt mehrere Viertel ab, und die verteilen sich innerhalb davon sehr ungleich.
- Morde
- 7
- Straßenraub
- 1.428ohne Waffe
- Raub mit Waffe
- 516auch Überfälle auf Fahrzeuge
- Autoraub
- 16
- Wohnungseinbruch
- 206
Gemeldete Fälle im Revier Cape Town Central, Geschäftsjahr 2025/2026. Quelle: Kriminalstatistik der südafrikanischen Polizei, aufbereitet von safesuburb.co.za. Wie diese Zahlen zu lesen sind und was im Alltag wirklich hilft, steht unter Sicherheit.
Übernachten in Gardens
AnzeigeDie Häuser unten stammen aus dem Angebot von trivago. Klickst du auf einen der Knöpfe, kommst du zur Preisübersicht dort, und wir bekommen bei einer Buchung eine Provision. Welche Häuser hier stehen, entscheidet die Bewertung der Gäste, nicht die Provision.

iGadi House Boutique Hotel
1 Faure Street
- Parkplatz
- Klimaanlage
- WLAN
ab 212 €pro Nacht am 10.11.2026
Preise prüfen bei trivago
Tintagel Guest House
90 New Church Street
- Frühstück
- Parkplatz
- Klimaanlage
- WLAN
ab 99 €pro Nacht am 28.09.2026
Preise prüfen bei trivago
5 Camp Street Guesthouse & Self-catering
5 Camp Street
- Pool
- Spa
- Frühstück
- Küche
ab 181 €pro Nacht am 28.09.2026
Preise prüfen bei trivago
Artistic Victorian Oasis In the City
Hiddingh Avenue
- Küche
- Parkplatz
- Klimaanlage
- Haustiere
ab 285 €pro Nacht am 28.09.2026
Preise prüfen bei trivago
Mount Nelson A Belmond Hotel Cape Town
76 Orange St
- Pool
- Spa
- Frühstück
- Restaurant
ab 896 €pro Nacht am 28.09.2026
Preise prüfen bei trivago
La Grenadine
15 Park Road
- Frühstück
- Küche
- Parkplatz
- Klimaanlage
ab 141 €pro Nacht am 29.10.2026
Preise prüfen bei trivagoAlle 21 Häuser in Gardens ansehen
Gardens: häufige Fragen
Warum heißt der Stadtteil Gardens in Kapstadt so?
Gardens ist nach dem Company's Garden benannt, dem Nutzgarten, den die Niederländische Ostindien-Kompanie am 29. April 1652 anlegen ließ. Der Garten sollte Schiffe auf dem Weg nach Asien mit frischem Gemüse versorgen und war der Grund, warum am Kap überhaupt eine Station entstand.
Ist der Company's Garden in Kapstadt noch der Garten von 1652?
Nur zum kleinen Teil. Der Company's Garden wuchs binnen zehn Jahren auf rund 18,1 Hektar und wurde danach immer weiter bebaut und beschnitten; heute misst er 3,2 Hektar. Aus dem Gemüsegarten der Kompanie wurde ab 1679 eine Zieranlage und 1892 ein städtischer Park.
Wer hat im Company's Garden gearbeitet?
Angelegt hat den Company's Garden der Obergärtner Hendrik Boom im Auftrag der Niederländischen Ostindien-Kompanie. Die Arbeit der Kompanie am Kap wurde zu großen Teilen von versklavten Menschen geleistet, die in der Slave Lodge am unteren Ende der Government Avenue untergebracht waren, einem Gebäude von 1679 für bis zu fünfhundert Personen. Es ist heute ein Museum.
Was ist die Kloof Street in Kapstadt?
Die Kloof Street ist die Hauptachse des Stadtteils Gardens, rund 1,4 Kilometer lang, und führt vom Rand der Innenstadt hinauf Richtung Kloof Nek. An ihr liegen Cafés, Läden und Restaurants. Time Out setzte sie 2025 auf Platz 22 der World's Coolest Streets, als einzige Straße Afrikas in dieser Liste.
Kommt man in Gardens ohne Auto zurecht?
Ja. Von Gardens läufst du in etwa zehn Minuten bergab in die Long Street, und die Museen am Company's Garden, das Labia in der Orange Street und die Kloof Street liegen alle im Fußbereich. MyCiTi fährt mit den Linien 101 und 111 als Ring durch das Viertel, dazu 103, 106, 107 und 113.