Township ist kein Wort für Armut. Es ist ein Verwaltungsbegriff, und er sagt, wie ein Ort entstanden ist: angelegt für die Bevölkerung, die man aus der Stadt heraushalten wollte. Diese Orte sind nicht gewachsen, sie wurden geplant, mit Straßenraster, Zahl der Häuser und Entfernung zur Stadt.
Wie sie entstanden sind
Der Anfang liegt vor der Apartheid. 1901 nutzte die Verwaltung einen Ausbruch der Beulenpest, um afrikanische Bewohner aus der Innenstadt nach Ndabeni auszulagern. 1927 entstand Langa als erstes planmäßig angelegtes Township der Stadt, auf Grundlage eines Gesetzes von 1923, das Wohnorte nach Hautfarbe trennte.
Der Group Areas Act von 1950 machte daraus ein System. Er erklärte Stadtteile zu Gebieten je einer Bevölkerungsgruppe, und wer nicht hineinpasste, musste gehen. So leerten sich District Six, Teile von Claremont, Simon's Town und Kalk Bay, und so füllten sich Gugulethu, Nyanga und später Mitchells Plain. 1983 legte die Regierung Khayelitsha an, weit draußen, für Menschen aus anderen Townships und aus der Stadt.
Wer dort heute lebt
In den Townships Kapstadts wohnt der größere Teil der Stadt. Es sind Wohnorte mit Schulen, Kirchen, Werkstätten, Friseuren, Sportvereinen und Restaurants, mit gemauerten Häusern und Vorgärten, und mit informellen Siedlungen daneben, in denen Wasser und Toiletten geteilt werden. Beides gehört zusammen und beides gehört ins Bild.
Was sie verbindet, ist die Entfernung. Wer aus Khayelitsha ins Zentrum zur Arbeit fährt, ist einfach eine Stunde unterwegs, oft länger. Das ist keine Nebensache, sondern der praktische Kern dessen, was die Apartheid hinterlassen hat.
Wenn du eines besuchen willst
Ein Besuch ist üblich und in Ordnung. Der Unterschied liegt im Wie. Mit einer Führung, bei der jemand aus dem Viertel dich begleitet, bist du Gast. Auf eigene Faust hineinzufahren macht dich zum Fremden ohne Bezug, und das ist der Grund, warum davon abgeraten wird, nicht ein Verbot.
Achte darauf, wer führt und wohin das Geld geht. Es gibt Anbieter aus den Vierteln selbst, und es gibt Busunternehmen, die durchfahren und niemanden aussteigen lassen. Fotografiere Menschen nur, wenn du gefragt hast, und Kinder gar nicht ohne die Eltern. Was für das Bo-Kaap gilt, gilt hier genauso: Das sind Wohnstraßen, keine Kulisse.
AchtungAuf den Ortsseiten stehen die Fallzahlen des zuständigen Polizeireviers, so wie bei jedem anderen Viertel dieser Seite auch. Sie sind hoch, und sie betreffen die Menschen, die dort wohnen, nicht die Besucher einer begleiteten Tour. Wie diese Zahlen zu lesen sind, steht unter Sicherheit.
Die acht Orte im Einzelnen
Diese Seite führt acht Townships, von Langa als ältestem bis zu Imizamo Yethu, das oberhalb von Hout Bay liegt und damit als einziges nicht in den Cape Flats. Die Einwohnerzahlen stammen aus dem Zensus 2011; zu Khayelitsha kursieren deutlich höhere Angaben, die sich nicht belegen lassen.
| Viertel | Lage | Zentrum | Preisniveau | Strand | MyCiTi | Unterkünfte |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Langa | Cape Flats | 10,5 km | . | . | nein | . |
| Imizamo Yethu | Cape Flats | 13,0 km | . | . | ja | . |
| Gugulethu | Cape Flats | 15,2 km | . | . | geplant | 2 |
| Philippi | Cape Flats | 16,5 km | . | . | geplant | . |
| Nyanga | Cape Flats | 16,9 km | . | . | geplant | . |
| Delft | Cape Flats | 21,4 km | . | . | nein | . |
| Mitchells Plain | Cape Flats | 22,1 km | . | Strandfontein | ja | . |
| Khayelitsha | Cape Flats | 26,8 km | . | . | ja | . |
Zentrum heißt Luftlinie zur Grand Parade, nicht Fahrzeit. Das Preisniveau ist eine Einordnung von eins bis fünf im Vergleich der Viertel untereinander, gebildet aus dem mittleren Preis der Unterkünfte, die trivago für dieses Viertel führt, für eine Nacht am 12.05.2027. Viertel mit weniger als vier Unterkünften bekommen keine Stufe, dafür ist die Stichprobe zu klein. Ein Punkt heißt: liegt uns nicht vor.