Khayelitsha liegt rund 25 Kilometer südöstlich der Innenstadt, zwischen der N2 und der False Bay, und misst 38,71 Quadratkilometer. Der MyCiTi fährt hierher, und zwar schon heute: D01 für den Osten und D02 für den Westen gehen als Direktlinien über die N2 zum Civic Centre, täglich einschließlich Sonntag, werktags ab kurz vor fünf Uhr morgens, am Wochenende im Halbstundentakt. Rund 25 Haltestellen liegen im Township selbst, darunter Kuyasa, Lookout Hill, Ntlazane und Makhaza. Ab Juli 2027 soll die Trunk-Verbindung nach Mitchells Plain, Wynberg und Claremont dazukommen.
Angekündigt hat Khayelitsha 1983 Piet Koornhof, damals Minister für Zusammenarbeit und Entwicklung. Der Plan: 3.220 Hektar zwischen der N2 und der False Bay, vier Städte zu je 30.000 Menschen, dorthin verlagert alle als „legal“ geltenden schwarzen Einwohner der Kap-Halbinsel, also jene, die zehn Jahre und länger nachweislich dort lebten. Für die rund 100.000, die als „illegal“ eingestuft waren, sah derselbe Plan die Rückführung in die Homelands des Ostkaps vor.
Gebaut wurde ab 1985, und die ersten Bewohner lebten in Zelten. Viele kamen aus Old Crossroads, wo eine Bürgerwehr, die Witdoeke, mit Gewalt gegen die Siedlung vorging, andere aus den überfüllten älteren Townships und aus der Innenstadt. Khayelitsha heißt auf isiXhosa „neues Zuhause“, und der Name beschreibt eine Verlagerung: weiter weg vom Zentrum, weiter weg von der Arbeit, an einem Stück leichter zu verwalten. Allein in Site C lebten 1985 rund 30.000 Menschen.
Der Streit um die Einwohnerzahl
Wenn du liest, in Khayelitsha lebten ein bis zwei Millionen Menschen, dann liest du eine Zahl ohne Quelle. Der Zensus 2011 zählte 391.749 Einwohner in 118.810 Haushalten. Der Demograf Charles Simkins hat die Erhebung geprüft und ihre Methodik im Wesentlichen für belastbar erklärt, und die Untersuchungskommission zur Polizeiarbeit bestätigte 2014 die Größenordnung mit einer Spanne von 370.000 bis 426.000 für das Jahr 2011.
Für 2018 schätzten die städtischen Gesundheitsdienste knapp 500.000. Das ist eine Schätzung, keine Zählung, und sie liegt trotzdem weit unter den kursierenden Millionenangaben. Belegt ist die Zensuszahl. Alles darüber ist geschätzt, und die Schätzungen gehen um mehr als das Fünffache auseinander. Wer eine Zahl nennt, sollte das Jahr dazusagen.
Wasser und Toiletten in den informellen Teilen
Ein großer Teil der 118.810 Haushalte lebt in informellen Unterkünften. Für sie stellt die Stadt Gemeinschaftstoiletten und Zapfstellen auf, und deren Zustand ist seit Jahren ein politisches Thema. 2010 startete die Social Justice Coalition, eine Bürgerorganisation aus Khayelitsha, eine Kampagne für saubere und sichere Sanitäranlagen. Daraus entstand ein Reinigungsdienst der Stadt.
Wie gut der funktioniert, hat dieselbe Organisation 2014 nachgeprüft, gemeinsam mit Ndifuna Ukwazi und der International Budget Partnership. Rund neunzig Freiwillige untersuchten in einer Woche im Juli 528 Toiletten in den Abschnitten BM, PJS, Nkanini und BT und befragten dazu 193 Bewohner und 31 Reinigungskräfte. Am 1. Oktober 2014 lag das Ergebnis vor: 26 Prozent der Toiletten funktionierten nicht, 15 Prozent waren verstopft, 6 Prozent hatten keinen Abwasseranschluss. Sauber waren 188 von 528.
Beim Wasser sieht es ähnlich aus. In mehreren informellen Siedlungen haben Bewohner Leitungen und Zapfstellen selbst verlegt und das Material aus Sozialgeldern bezahlt, weil die Stadt nicht kam; in der Siedlung Level Two waren es zwölf Zapfstellen und zwanzig Toiletten, montiert von Klempnern, die dafür nichts nahmen. Im April 2025 kündigte die Stadt dort achtzig weitere Zapfstellen an. Ein Anschluss im Haus ist das nicht, und der Weg zur nächsten Zapfstelle ist nachts ein Problem für sich.
Die Kommission zur Polizeiarbeit, und was daraus wurde
Im August 2012 setzte die Premierministerin der Westkap-Provinz, Helen Zille, eine Untersuchungskommission ein: zu ineffizienter Polizeiarbeit in Khayelitsha und zum zerrütteten Verhältnis zwischen Polizei und Bewohnern. Geleitet haben sie die frühere Verfassungsrichterin Kate O'Regan und der frühere oberste Anklagevertreter Vusi Pikoli. Der nationale Polizeiminister Nathi Mthethwa klagte dagegen. Im Oktober 2013 wies das Verfassungsgericht die Klage einstimmig ab, und der stellvertretende Oberste Richter Dikgang Moseneke schrieb, die Bewohner hätten Anspruch auf Schutz vor einem fortgesetzten Eingriff in ihre Grundrechte durch anhaltend ineffiziente Polizeiarbeit.
Die öffentlichen Anhörungen begannen am 23. Januar 2014. In der ersten Phase sagten 87 Zeugen aus, in der zweiten 25 Sachverständige. Am 25. August 2014 lag der Bericht vor. Zwei Befunde daraus: Nur 23,46 Prozent der angezeigten Fälle erreichten überhaupt ein Gericht. Und auf einen Ermittler kamen in Khayelitsha 2.626 Einwohner, in wohlhabenden Gebieten 435.
Danach passierte lange wenig. 2016 zogen die Social Justice Coalition, Equal Education und das Nyanga Community Police Forum vor das Gleichstellungsgericht, und im Dezember 2018 stellte Richter M. J. Dolamo fest, die Verteilung der Polizeikräfte im Westkap benachteilige nach Hautfarbe und Armut. Ein Beschluss vom 6. August 2019 verpflichtete die Polizei, bis zum 1. September 2019 einen Plan zur Abhilfe vorzulegen. 2021 hielten Bewohner und Organisationen fest, dass der größte Teil der Empfehlungen unerledigt geblieben war.
Eine davon lässt sich abhaken. Die Kommission hatte eine vierte Polizeiwache für den Abschnitt Makhaza verlangt, für die schon 2004 ein Grundstück vorgesehen worden war. Zuerst kam 2021 ein Provisorium. Die feste Wache eröffnete im Mai 2024, zwanzig Jahre nach der ersten Standortentscheidung, zuständig für rund 85.000 Menschen. Khayelitsha hat damit vier Reviere: Khayelitsha, Harare, Lingelethu West und Makhaza.
Wer heute in Khayelitsha wohnt
Khayelitsha ist kein Notquartier, sondern eine Stadt in der Stadt. Es gibt sechs Bahnstationen, Einkaufszentren, Schulen, Kirchen, Chöre, Fußballklubs und seit Februar 2012 ein eigenes Bezirkskrankenhaus mit 300 Betten. In den älteren, förmlich geplanten Abschnitten stehen gemauerte Häuser mit Zaun und Garten, bewohnt von Lehrerinnen, Handwerkern, Pflegekräften, Angestellten. In den informellen Teilen teilen sich Nachbarn eine Zapfstelle und eine Toilettenreihe. Zwischen beidem liegen oft nur ein paar Straßen.
Hinkommen, und was ein Besuch bedeutet
Der MyCiTi macht Khayelitsha zum am besten erreichbaren Township Kapstadts. Vom Civic Centre in der Innenstadt fahren D01 und D02 über die N2, und du steigst an einer der Haltestellen im Viertel aus, ohne ein Auto zu brauchen. Dazu kommen die Bahnstationen an der Central Line, die ab November 2019 jahrelang stillstand und seit ihrer offiziellen Wiederinbetriebnahme im Mai 2025 nicht an allen Stationen hält. Prüf das am Reisetag.
Erreichbarkeit ist trotzdem etwas anderes als Ortskenntnis. Auf eigene Faust durch die Wohnstraßen zu fahren ist keine gute Idee, weil du dort ortsfremd, sichtbar und ohne Bezug bist. Mit einer Führung, bei der jemand aus Khayelitsha dich begleitet, ist ein Besuch üblich. Frag vorher, wem der Betrieb gehört, ob die Guides hier wohnen und wo unterwegs Geld ausgegeben wird. Ein städtisches Angebot, an dem sich das prüfen lässt, ist Lookout Hill an der Ecke Spine Road und Mew Way, mit Kunsthandwerksmarkt, Restaurant und Veranstaltungssaal am Fuß der Düne.
Fotografiere Menschen nur, wenn du gefragt hast. Zu den Fallzahlen weiter unten auf dieser Seite gehört ein Vorbehalt, und zwar ein doppelter: Khayelitsha ist auf vier Polizeireviere aufgeteilt, die eingetragenen Zahlen decken also nur einen Teil des Townships ab, und es sind absolute Zahlen ohne Bezug auf die Einwohnerzahl. Sie beschreiben, was rund 400.000 Menschen an ihrem Wohnort erleben, nicht was Besucher einer begleiteten Tour erwartet. Wie diese Zahlen zu lesen sind, steht unter Sicherheit.
- Vom Zentrum
- 26,8 kmLuftlinie zur Grand Parade
- Einwohner
- 391.749Zensus 2011, main place Khayelitsha
- MyCiTi
- fährtLinien D01, D02
Unser TippLookout Hill gehört der Stadt, der Aufstieg über die 164 Stufen kostet nichts, und von oben verstehst du in fünf Minuten, wie groß dieser Ort ist. Frag beim Buchen einer Führung, ob der Hügel auf der Route liegt.
Sicherheit in Khayelitsha
Zuständig ist das Polizeirevier Khayelitsha, nach anderer Quelle auch Harare oder Lingelethu-West oder Makhaza. Die Zahlen unten gelten für dieses Revier als Ganzes, nicht für Khayelitsha allein: Ein Revier deckt mehrere Viertel ab, und die verteilen sich innerhalb davon sehr ungleich.
- Morde
- 187
- Straßenraub
- 120ohne Waffe
- Raub mit Waffe
- 764auch Überfälle auf Fahrzeuge
- Autoraub
- 123
- Wohnungseinbruch
- 194
Gemeldete Fälle im Revier Khayelitsha, Geschäftsjahr 2025/2026. Quelle: Kriminalstatistik der südafrikanischen Polizei, aufbereitet von safesuburb.co.za. Wie diese Zahlen zu lesen sind und was im Alltag wirklich hilft, steht unter Sicherheit.
Khayelitsha: häufige Fragen
Wie viele Menschen leben in Khayelitsha?
Der Zensus 2011 zählte für Khayelitsha bei Kapstadt 391.749 Einwohner in 118.810 Haushalten. Kursierende Angaben von ein bis zwei Millionen sind nicht belegt. Eine Untersuchungskommission bestätigte 2014 die Größenordnung des Zensus, und für 2018 nannten die städtischen Gesundheitsdienste eine Schätzung von knapp 500.000.
Warum wurde Khayelitsha gebaut?
Khayelitsha wurde 1983 von Minister Piet Koornhof angekündigt und ab 1985 gebaut, um schwarze Einwohner der Kap-Halbinsel aus der Innenstadt und aus überfüllten älteren Townships an einem Ort zusammenzufassen, 25 Kilometer vom Zentrum entfernt. Der Name bedeutet auf isiXhosa „neues Zuhause“.
Fährt der MyCiTi nach Khayelitsha?
Ja. Nach Khayelitsha fahren die MyCiTi-Linien D01 für den Osten und D02 für den Westen als Direktverbindungen über die N2 zum Civic Centre, täglich einschließlich Sonntag. Rund 25 Haltestellen liegen im Township, darunter Kuyasa, Lookout Hill und Makhaza. Ab Juli 2027 soll eine Trunk-Verbindung nach Wynberg und Claremont dazukommen.
Was hat die Untersuchungskommission zur Polizeiarbeit in Khayelitsha festgestellt?
Die 2012 eingesetzte Kommission legte am 25. August 2014 ihren Bericht vor. Sie stellte unter anderem fest, dass nur gut 23 Prozent der angezeigten Fälle je ein Gericht erreichten und dass in Khayelitsha auf einen Ermittler 2.626 Einwohner kamen, gegenüber 435 in wohlhabenden Gebieten. Eine ihrer Forderungen, eine vierte Polizeiwache in Makhaza, wurde im Mai 2024 erfüllt.
Kann man Khayelitsha ohne Führung besuchen?
Khayelitsha ist mit dem MyCiTi gut erreichbar, aber Erreichbarkeit ersetzt keine Ortskenntnis. Üblich ist ein Besuch mit einer Führung, bei der dich jemand aus dem Viertel begleitet; allein durch die Wohnstraßen zu fahren ist es nicht. Frei zugänglich ist der städtische Aussichtshügel Lookout Hill an der Ecke Spine Road und Mew Way.