Cape Flats

Imizamo Yethu

Von der Main Road unten im Tal siehst du den Hang, an dem die Dächer übereinander stehen, dazwischen die Stümpfe der alten Kiefernpflanzung. Der MyCiTi hält direkt davor. Zweihundert Meter weiter unten fangen Grundstücke mit Rasen und Mauer an.

Imizamo Yethu ist das einzige Township dieser Seite, das nicht in den Cape Flats liegt. Es steht am Osthang des Tals von Hout Bay, rund zwanzig Straßenkilometer südlich der Innenstadt, zwischen dem Ortskern unten und den Hanglagen ringsum. Anders als die meisten Townships hat es eine eigene MyCiTi-Haltestelle, direkt an der Zufahrt, dazu Valley und Mount Rhodes in Laufweite; die 109 fährt nach Sea Point, die 118 weiter bis Adderley in der Innenstadt. Zu Fuß bist du in einer knappen halben Stunde am Strand.

Die Fläche ist der Kern der ganzen Geschichte. Der Zensus führt Imizamo Yethu als eigenen Ort mit 0,57 Quadratkilometern und zählte 2011 dort 15.538 Menschen, also rund 27.000 je Quadratkilometer. Das ist eine der dichtesten Zensuseinheiten Kapstadts. Wie viele es heute sind, weiß niemand genau: Der Brand von 2017 und der Wiederaufbau danach haben die Zahl überholt, und eine neuere amtliche Erhebung auf dieser Ebene gibt es nicht.

1991, achtzehn Hektar, 429 Parzellen

Ende der achtziger Jahre lebten die Arbeitskräfte des Tals in verstreuten Hüttensiedlungen, und 1988 und 1989 besetzten Menschen Land, um Rechtsansprüche durchzusetzen. Der damalige Western Cape Regional Services Council stellte daraufhin Forstland zur Verfügung: 18 Hektar für Wohnbebauung, weitere 16 Hektar für Gemeinschaftseinrichtungen und einen Grüngürtel. Im März und April 1991 wurden 429 Parzellen bezogen. Eine andere Quelle nennt 417 versorgte Stellplätze für rund 2.800 Menschen.

Es war ein Site-and-Service-Vorhaben. Du bekommst ein vermessenes Grundstück mit Anschluss an Wasser und Abwasser, gebaut wird darauf selbst. Der Name Imizamo Yethu heißt auf isiXhosa „unsere Anstrengungen“, in anderen Übersetzungen „durch gemeinsamen Kampf“, und im Tal sagen viele auch Mandela Park. Feste Häuser kamen erst später und langsam. 2002 startete die irische Niall Mellon Township Trust ihren People's Housing Process und schickte Freiwillige zum Bauen; 2003 entstanden auf diesem Weg 303 Häuser. In fünfundzwanzig Jahren kamen rund 864 zusammen.

Der Rest wuchs ohne Plan. Die Stadt zählte später 1.268 informelle Bauten innerhalb von Imizamo Yethu und weitere 487 in Dontse Yakhe oberhalb der ursprünglichen Grenze. Angelegt war das Gelände für rund 450 Familien.

Der 11. März 2017

An diesem Samstag brach ein Feuer aus, das bis in den Sonntag brannte. Rund 170 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Am Hang stehen die Bauten so dicht, dass zwischen ihnen oft kein Weg bleibt, auf dem ein Löschfahrzeug fahren könnte, und genau das machte den Unterschied zwischen einem Hüttenbrand und einem Flächenbrand.

Die Zahlen dazu gehen auseinander, und das ist keine Nachlässigkeit, sondern folgt daraus, dass in einer informellen Siedlung niemand ein Gebäuderegister führt. Die erste Meldung am Brandtag sprach von mindestens 650 zerstörten Bauten. Später standen rund 3.500 in den Berichten, dazu etwa 15.000 Menschen ohne Obdach. Bei den Toten nennen die Quellen drei, wissenschaftliche Aufarbeitungen des Brandverlaufs vier. Wer eine dieser Zahlen zitiert, sollte dazusagen, woher sie stammt.

Und es blieb nicht der einzige. Im Februar 2018 machte ein weiteres Feuer hunderte Menschen obdachlos, im August 2021 zerstörte eines 84 Bauten und traf 298 Menschen.

Was Reblocking ist und warum es hier stockt

Reblocking heißt, eine gewachsene Siedlung neu zu ordnen: Bauten in Reihen stellen, Abstände einhalten, Wege anlegen, auf denen Feuerwehr und Krankenwagen hineinkommen, und darunter Leitungen für Wasser, Abwasser und Strom verlegen. Die Bewohner bleiben dabei am Ort, ihre Hütten werden ab- und wieder aufgebaut. Nach dem Brand von 2017 war das der Plan der Stadt, und er ist bis heute nicht umgesetzt.

Der Ablauf erklärt, warum. Am 19. März 2017 erwirkte die Stadt ein gerichtliches Verbot, an Ort und Stelle wieder aufzubauen; am 1. Juni wurde es endgültig. Am 13. April kündigte Bürgermeisterin Patricia de Lille das Reblocking an, mit 90 Millionen Rand plus 44 Millionen für die Elektrifizierung und einer Bauzeit von drei Monaten. Gebaut wurde trotzdem wieder, und Ende Mai hatten über tausend Menschen eine Petition gegen den Umzug unterschrieben. Am 20. Juli riss die Anti-Land-Invasion-Unit über fünfzig Bauten ab, dann brannten Barrikaden auf den Straßen des Tals.

Das Misstrauen hat Vorgeschichte. Nach einem Brand 2004 warteten Bewohner ein Jahr in Übergangsunterkünften, bis sie aufgaben; 2007 wurden aus drei zugesagten Monaten unbestimmt viele. Dazu kommen gegenläufige Interessen im Ort selbst: Wem eine Hütte gehört, der will erst die festen Häuser und dann das Umordnen; wer zur Miete wohnt, sitzt so lange in der Übergangsunterkunft. Über die Größe der neuen Bauten wurde gestritten, an der Road One um drei mal drei Meter. Und Bewohner ohne Papiere fürchteten, was ein förmliches Verfahren für sie bedeutet. Im Juni 2019, zwei Jahre nach dem Brand, wohnten elf Familien in einem stillgelegten Depotgebäude der Stadt, ohne Strom und ohne funktionierende Toiletten.

Ein Tal, zwei Seiten

Im Wahlbezirk 74, der das Tal abdeckt, stellt Imizamo Yethu rund 42 Prozent der Bevölkerung und belegt einen Bruchteil der Fläche. Der Fischerort Hangberg über dem Hafen, dessen Bewohner die Apartheid in den fünfziger Jahren dorthin sortierte, kommt auf etwa zwei Prozent des Talbodens. Der große Rest gehört Grundeigentümern in den Hanglagen. Das ist keine Zuspitzung, sondern die Flächenaufteilung.

Wie sich das auswirkt, zeigte sich, als die Stadt nach dem Brand ein Gelände für Übergangsunterkünfte umwidmen wollte: Die Hout Bay Ratepayers Association klagte dagegen, und das Verfahren gehörte zu den Gründen, aus denen das Reblocking liegen blieb. 2018 kaufte die Provinz knapp acht Hektar für Wohnungsbau, von denen etwa die Hälfte als bebaubar gilt. Im August 2021 sagten Stadt, Provinz und Bund gemeinsam rund 1.400 mehrgeschossige Wohneinheiten für Haushalte bis 22.000 Rand Monatseinkommen zu. Als Baubeginn war April 2023 veranschlagt.

Hinkommen, und was ein Besuch bedeutet

Kein anderes Township Kapstadts ist so einfach zu erreichen: Du steigst in Sea Point oder in der Innenstadt in die 109 oder die 118 und an der Haltestelle Imizamo Yethu wieder aus. Genau das verleitet dazu, einfach hineinzulaufen. Tu es nicht allein, aus demselben Grund wie überall sonst: Du bist ortsfremd, sichtbar und ohne Bezug. Bewohner bieten Führungen an, durch Vorschulen, Werkstätten, Friseure und Läden, dazu Schmuck und Handarbeiten aus eigener Herstellung.

Frag beim Buchen, wem der Betrieb gehört, ob die Guides hier wohnen und wo unterwegs Geld ausgegeben wird. Fotografiere Menschen nur, wenn du gefragt hast, und die Hänge über dem Ort sind Wohnwege, keine Aussichtsplattform. Zum Nachbarort im Tal steht mehr unter Hout Bay.

Zu den Fallzahlen weiter unten gehört ein Vorbehalt: Imizamo Yethu hat kein eigenes Polizeirevier. Die eingetragenen Zahlen stammen vom Revier Hout Bay, und das deckt das gesamte Tal ab, also auch Hangberg, Llandudno und die Hanglagen. Sie sagen deshalb nichts über einen einzelnen Straßenzug, und sie beschreiben, was Bewohner erleben, nicht was Besucher einer begleiteten Tour erwartet. Wie sie zu lesen sind, steht unter Sicherheit.

Vom Zentrum
13,0 kmLuftlinie zur Grand Parade
Einwohner
15.538Zensus 2011, main place Imizamo Yethu
MyCiTi
fährtLinien 109, 118

Unser TippBuch die Führung im Tal statt im Zentrum. Die 109 und die 118 halten direkt an der Zufahrt, du sparst dir die Fahrt über die Cape Flats, und das Geld bleibt dort, wo die Führung stattfindet.

Sicherheit in Imizamo Yethu

Zuständig ist das Polizeirevier Hout Bay. Die Zahlen unten gelten für dieses Revier als Ganzes, nicht für Imizamo Yethu allein: Ein Revier deckt mehrere Viertel ab, und die verteilen sich innerhalb davon sehr ungleich.

Morde
36
Straßenraub
36ohne Waffe
Raub mit Waffe
64auch Überfälle auf Fahrzeuge
Autoraub
0
Wohnungseinbruch
130

Gemeldete Fälle im Revier Hout Bay, Geschäftsjahr 2025/2026. Quelle: Kriminalstatistik der südafrikanischen Polizei, aufbereitet von safesuburb.co.za. Wie diese Zahlen zu lesen sind und was im Alltag wirklich hilft, steht unter Sicherheit.

Imizamo Yethu: häufige Fragen

Was bedeutet Imizamo Yethu?

Imizamo Yethu heißt auf isiXhosa „unsere Anstrengungen“, in anderen Übersetzungen „durch gemeinsamen Kampf“. Im Tal von Hout Bay sagen viele auch Mandela Park. Der Ort entstand 1991 als Site-and-Service-Siedlung, bei der die Bewohner ein vermessenes Grundstück mit Anschluss bekamen und ihr Haus selbst bauten.

Wie ist Imizamo Yethu entstanden?

Nach Landbesetzungen 1988 und 1989 stellte der damalige Western Cape Regional Services Council in Hout Bay 18 Hektar Forstland für Wohnbebauung bereit, dazu 16 Hektar für Gemeinschaftseinrichtungen und einen Grüngürtel. Im März und April 1991 wurden 429 Parzellen bezogen. Angelegt war die Fläche für rund 450 Familien.

Was ist beim Brand von 2017 in Imizamo Yethu passiert?

Am 11. und 12. März 2017 brannte ein großer Teil von Imizamo Yethu bei Hout Bay ab, rund 170 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die Angaben gehen auseinander: Am Brandtag war von mindestens 650 zerstörten Bauten die Rede, später von rund 3.500 und etwa 15.000 Obdachlosen, und die Zahl der Toten wird mit drei, in wissenschaftlichen Aufarbeitungen mit vier angegeben.

Was ist Reblocking?

Reblocking heißt, eine informelle Siedlung neu zu ordnen: Bauten in Reihen setzen, Abstände einhalten, Zufahrten für Feuerwehr und Krankenwagen anlegen und Leitungen verlegen. In Imizamo Yethu kündigte die Stadt es im April 2017 nach dem Brand an, mit drei Monaten Bauzeit. Umstritten ist es, weil die Bewohner währenddessen in Übergangsunterkünfte müssen und frühere Zusagen dazu nicht eingehalten wurden.

Kann man Imizamo Yethu mit dem Bus erreichen?

Ja. Imizamo Yethu bei Hout Bay hat eine eigene MyCiTi-Haltestelle an der Zufahrt, bedient von den Linien 109 nach Sea Point und 118 bis Adderley in der Innenstadt. Damit ist es das am einfachsten erreichbare Township Kapstadts. Für den Besuch gilt trotzdem, was überall gilt: mit einer Führung durch jemanden von dort, nicht allein.