Die City Bowl ist der größte Bestand der Stadt, und sie ist die Lage, bei der eine Buchung am häufigsten anders ausfällt als gedacht. Der Grund steckt im Namen: Die Schüssel ist kein Viertel, sondern eine Landschaft aus rund fünfzehn Vierteln zwischen Hafen, Signal Hill, Tafelberg und Devil's Peak. Eine Adresse in der City Bowl kann eine Wohnung über der Long Street sein oder ein Haus am Hang, zwanzig Höhenmeter und eine Steigung vom nächsten Supermarkt entfernt.
Was für alle Adressen gilt: Du bist zu Fuß in der Stadt. Company's Garden, Museen, Slave Lodge, Grand Parade, Bree Street und Long Street liegen im Umkreis von einem Kilometer, und das MyCiTi-Netz ist hier dichter als irgendwo sonst in Kapstadt. Wer ein paar Tage ohne Auto auskommen will, kommt hier am weitesten damit.
Die Kehrseite ist der Betrieb. Die Innenstadt arbeitet, und zwischen halb acht und neun Uhr morgens sowie zwischen vier und sechs am Nachmittag steht der Verkehr auf den Zufahrten. Abends dreht sich das Verhältnis: In den Bürostraßen wird es sehr still, während sich das Leben auf die Bree Street, die Loop Street und die Long Street verlagert. Wer leicht wach wird, fragt vor der Buchung nach der Straßenseite.
Ein Wort zur Kriminalstatistik, weil sie für diese Lage besonders oft falsch gelesen wird. Das zuständige Revier Cape Town Central meldet die mit Abstand höchste Zahl an Straßenraub in ganz Kapstadt und zugleich sehr wenige Tötungsdelikte. Das ist kein Widerspruch, sondern die Signatur eines Reviers, in dem sich tagsüber und abends sehr viele Menschen aufhalten, die dort nicht wohnen. Was daraus praktisch folgt, steht unter Sicherheit.
Für wen die City Bowl nichts ist: für Reisende, die den Tag am Strand verbringen wollen. Bis zum nächsten Sandstrand sind es einige Kilometer über den Kloof Nek oder am Hafen entlang, und beides ist zur Feierabendzeit zäh. Wer morgens ins Wasser will, wohnt an der Atlantikküste oder in der False Bay besser.







































































