Simon's Town liegt am Westufer der False Bay, ganz unten an der Kaphalbinsel, und ist die Endstation der Bahn. Ein MyCiTi-Bus fährt nicht hierher; die nächste Haltestelle liegt rund siebzehn Kilometer entfernt. Der Ort zieht sich als schmales Band zwischen Berghang und Wasser entlang, mit der St George's Street als einziger Hauptachse. Alles, was hier stattfindet, findet an dieser einen Straße statt.
Angefangen hat es 1743, als die Niederländische Ostindien-Kompanie hier eine Werft anlegte. Steinerne Lagerhäuser aus jenem Jahrzehnt stehen noch an der Uferstraße. In den neunziger Jahren des 18. Jahrhunderts übernahm die Royal Navy, baute 1795 einen Martello-Turm von acht Metern Höhe und blieb rund hundertfünfzig Jahre. Ab 1898 entstand der große Hafen: elf Hektar Wasserfläche, ein Wellenbrecher von 914 Metern und ein Trockendock von 240 Metern, fertig 1910. Am 1. Dezember 1890 war die Bahn angekommen.
1957 ging der Stützpunkt durch das Simonstown-Abkommen an die südafrikanische Marine über. Er ist bis heute ihr größter. Wer durch den Ort läuft, sieht die Uniformen im Straßenbild, und die Zahl der Einwohner sagt weniger über den Ort aus, als sie sollte: Die 6.569 aus dem Zensus 2011 gelten für ein Gebiet von 19,81 Quadratkilometern, das auch Glencairn, Da Gama Park, Welcome Glen und Murdock Valley einschließt. Für den historischen Ortskern allein zählte derselbe Zensus 1.042 Menschen.
Luyolo, und was danach kam
Über dem Ort, am Hang, lag ab 1901 eine Siedlung namens Luyolo. Gegründet haben sie Arbeiter aus dem Ostkap, die an der Bahnstrecke nach Simon's Town beschäftigt waren; die Strecke selbst war schon 1890 eröffnet worden, und die Quellen lösen diesen Widerspruch nicht auf. Viele blieben und fanden Arbeit in der Werft. Anfang der sechziger Jahre lebten dort rund 1.500 überwiegend schwarze Menschen.
Im Januar 1966 kamen die Lastwagen. Etwa zwanzig Familien pro Tag wurden mit dem, was sie tragen konnten, vom Hang über dem Meer nach Gugulethu gefahren, rund dreißig Kilometer weit, in Zweizimmerhäuser an einer kahlen Straße. Am 1. September 1967 folgte die Proklamation: Simon's Town wurde weißes Gebiet, und weil innerhalb der Gemeindegrenzen kein Platz für andere vorgesehen war, hieß das Vertreibung. Von den rund 12.000 Einwohnern musste mehr als die Hälfte gehen. Der Großteil der als "coloured" eingestuften Familien landete in Ocean View.
Anfang der neunziger Jahre konnten die Vertriebenen Ansprüche anmelden. Der Weg zurück war lang und teilte die Gemeinschaft: Als in den frühen 2000er Jahren Geld angeboten wurde, nahmen 773 Berechtigte eine Abfindung von damals rund 22.000 Rand, und nur etwa 130 entschieden sich für Land. Der Rest ist Baugeschichte. In Dido Valley entstehen rund 600 Wohneinheiten, davon etwa hundert für die Luyolo-Berechtigten und fünfhundert für Bewohner der informellen Siedlung Red Hill. Die ersten zehn Häuser wurden am 25. Oktober 2023 übergeben, weitere am 2. April 2026, und die Stadt nennt für den Abschluss den Juni 2028. Sechzig Jahre nach den Lastwagen ziehen die ersten Familien wieder ein.
Die Pinguine gibt es erst seit 1982
Am Boulders Beach, zwei Kilometer südlich des Ortskerns, brüteten 1982 zwei Paare Brillenpinguine zwischen den Granitblöcken. Vorher gibt es keinen Beleg dafür, dass dort jemals welche gelebt hätten. Die berühmteste Attraktion der Kaphalbinsel ist jünger als die meisten ihrer Besucher. Geholfen hat der Kolonie unter anderem, dass die kommerzielle pelagische Fischerei in der False Bay verboten wurde, also die Sardinen und Sardellen blieben, von denen die Vögel leben. Boulders gehört zum Tafelberg-Nationalpark und ist eine von nur drei Festlandkolonien im südlichen Afrika.
Bei der SANParks-Zählung im Juni 2026 kamen 790 Brutpaare zusammen, nach 698 im Jahr davor, also rund 2.528 Vögel. Und genau hier steht der Widerspruch. Während die Kolonie am Boulders wächst, hat die Weltnaturschutzunion den Brillenpinguin im Oktober 2024 von "stark gefährdet" auf "vom Aussterben bedroht" hochgestuft. Landesweit sind es weniger als 10.000 Brutpaare. Am 18. März 2025 ordnete der High Court auf Klage von BirdLife South Africa und SANCCOB zehnjährige Fangverbotszonen rund um sechs Brutkolonien an, von Dassen Island bis Bird Island. Boulders war nicht dabei, weil es bereits geschützt ist.
Die Vögel bleiben nicht am Strand. Sie laufen durch Gärten, sie stehen auf Parkplätzen, und sie schreien, was ihnen früher den Namen Eselspinguin eintrug. Ansehen kannst du sie am besten von den Holzstegen am Foxy Beach, wo du bis auf wenige Meter herankommst. Der eigentliche Boulders Beach nebenan ist ein Badestrand zwischen den Felsen, ruhig und für Kinder gut geeignet. Anfassen und füttern ist beides tabu, und der Schnabel eines Pinguins ist schärfer, als er aussieht.
Die Bahn, ihre Geschichte und ihr Sand
Die Südlinie erreichte Simon's Town am 1. Dezember 1890 und fährt seitdem an der Küste entlang, so nah am Wasser, dass genau das ihr Problem ist. Zwischen November 2009 und Februar 2011 fuhr auf den letzten 6,3 Kilometern zwischen Fish Hoek und Simon's Town gar nichts: Sand hatte die Gleise zugeweht, und hinter Glencairn war der Unterbau unterspült. Nach dem Einbruch während der Pandemie stand der Abschnitt fast zwei Jahre still. Am 5. Januar 2022 fuhr wieder ein Zug. Keine 24 Stunden später lag erneut Sand auf den Schienen, und der Betrieb wurde wieder eingestellt.
Wie stark der Einbruch war, zeigen die Fahrkarten. Auf dem Abschnitt Simon's Town bis Retreat waren es bis 2015/16 über 6,5 Millionen im Jahr, im Geschäftsjahr 2022/23 noch 650.000. Eine Untersuchung ergab 2023, dass das gesamte Gleis zwischen Fish Hoek und Simon's Town ersetzt werden muss. Dann kam der 7. April 2024, an dem ein Sturm einen Fahrleitungsmast umlegte und die ganze Linie lahmlegte; bis Fish Hoek fuhr sie am 22. April wieder.
Der Stand heute ist besser als der Ruf. Seit Februar 2026 fahren werktags wieder durchgehende Züge vom Hauptbahnhof bis Simon's Town, ohne Umsteigen in Fish Hoek. Samstags endet der reguläre Zug in Fish Hoek, von dort geht ein Pendelzug weiter. Sonntags und an Feiertagen fährt normalerweise nichts. Im April 2026 war die Ausschreibung für die Stützmauer am Long Beach neu veröffentlicht, weil die erste wegen Unstimmigkeiten zurückgezogen worden war; diese Mauer soll den Sand von den Gleisen halten. Prasa hat außerdem neues Gleismaterial bestellt, und der Einbau wird den Verkehr noch einmal unterbrechen. Prüf die Verbindung am Reisetag, nicht vorher.
Was du im Ort sonst siehst
Die bekannteste Geschichte des Ortes hat vier Beine. Just Nuisance war eine Deutsche Dogge, geboren am 1. April 1937, und die Royal Navy trug sie am 25. August 1939 als Able Seaman bei HMS Afrikander in ihre Bücher ein, damit der Hund kostenlos Bahn fahren durfte. Als Beruf steht dort "Bonecrusher". Er kam nie zur See, sondern begleitete Matrosen in den Zügen und holte sie bei Sperrstunde aus den Kneipen. Am 1. April 1944, seinem siebten Geburtstag, wurde er mit militärischen Ehren begraben. Seine Statue steht am Jubilee Square.
Zwei Häuser weiter wird die andere Geschichte erzählt. Das Simon's Town Museum gibt es seit 1977, es sitzt in der Residency von 1777, und das South African Naval Museum zeigt die Seite der Flotte. Wer wissen will, was 1966 und 1967 hier passiert ist, findet das nicht auf der Postkarte, sondern in den Museen und an den Hängen, auf denen Luyolo stand. Für das Revier Simon's Town weist die Polizeistatistik für April 2025 bis März 2026 einen Mord und 533 erfasste Delikte aus; das Revier umfasst auch Glencairn, Murdock Valley und Red Hill, ist also größer als der Ort.
- Vom Zentrum
- 29,8 kmLuftlinie zur Grand Parade
- Einwohner
- 6.569Zensus 2011, main place Simon's Town
- Strand
- Seaforth und Boulders Beach
- MyCiTi
- fährt nicht
- Unterkünfte
- 13 HäuserPreisniveau 4 von 5
Unser TippDie Stege zu den Pinguinen beginnen am Foxy Beach, der Badestrand zwischen den Felsen heißt Boulders, und es sind zwei verschiedene Eingänge; wer nur baden will, steht sonst in der Schlange der Fotografierenden.
Sicherheit in Simon's Town
Zuständig ist das Polizeirevier Simon's Town. Die Zahlen unten gelten für dieses Revier als Ganzes, nicht für Simon's Town allein: Ein Revier deckt mehrere Viertel ab, und die verteilen sich innerhalb davon sehr ungleich.
- Morde
- 1
- Straßenraub
- 4ohne Waffe
- Raub mit Waffe
- 13auch Überfälle auf Fahrzeuge
- Autoraub
- 0
- Wohnungseinbruch
- 66
Gemeldete Fälle im Revier Simon's Town, Geschäftsjahr 2025/2026. Quelle: Kriminalstatistik der südafrikanischen Polizei, aufbereitet von safesuburb.co.za. Wie diese Zahlen zu lesen sind und was im Alltag wirklich hilft, steht unter Sicherheit.
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37 Forest Hill
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Simon's Town: häufige Fragen
Seit wann leben Pinguine am Boulders Beach?
Die Kolonie am Boulders Beach bei Simon's Town begann 1982 mit zwei Brutpaaren Brillenpinguine. Dass dort vorher Pinguine gelebt hätten, ist nicht belegt. Bei der Zählung im Juni 2026 kamen 790 Brutpaare zusammen, nach 698 im Jahr davor.
Kann man am Boulders Beach in Simon's Town baden?
Ja. Boulders Beach ist ein Badestrand zwischen Granitblöcken, geschützt und flach, und gehört zum Tafelberg-Nationalpark. Die Pinguine sieht man am besten von den Holzstegen am benachbarten Foxy Beach; anfassen und füttern ist verboten.
Was war Luyolo in Simon's Town?
Luyolo war eine ab 1901 am Hang über Simon's Town entstandene Siedlung, in der Anfang der sechziger Jahre rund 1.500 überwiegend schwarze Menschen lebten. Ab Januar 1966 wurden sie mit Lastwagen nach Gugulethu gebracht, etwa zwanzig Familien am Tag. Am 1. September 1967 wurde Simon's Town zum weißen Gebiet erklärt, worauf mehr als die Hälfte der rund 12.000 Einwohner den Ort verlassen musste.
Fährt der Zug von Kapstadt nach Simon's Town?
Simon's Town ist die Endstation der Metrorail-Südlinie ab Kapstadt Hauptbahnhof. Seit Februar 2026 fahren werktags wieder durchgehende Züge, samstags endet der reguläre Zug in Fish Hoek und ein Pendelzug fährt weiter, sonntags und an Feiertagen fährt normalerweise nichts. Der Abschnitt hinter Fish Hoek war wiederholt außer Betrieb, weil Sand auf die Gleise weht.
Wer war Just Nuisance?
Just Nuisance war eine Deutsche Dogge, die die Royal Navy 1939 in Simon's Town als Able Seaman einschrieb, damit sie kostenlos Bahn fahren durfte. Der Hund begleitete Matrosen auf ihren Fahrten, wurde 1944 mit militärischen Ehren begraben, und seine Statue steht am Jubilee Square in Simon's Town.