De Waterkant sind wenige Gassen mit bunten Reihenhäusern auf einem Hang zwischen Bo-Kaap und dem Hafen. Zu Fuß bist du in einer Viertelstunde in der Innenstadt und in etwa derselben Zeit an der Waterfront, und diese Doppellage findest du sonst nirgends. Das Viertel ist überschaubar genug, dass du dich nach einem Tag darin auskennst.
Ein Punkt gehört vor die Buchung, weil er die Erwartung prägt. Der Zensus zählte 2011 für De Waterkant 361 Einwohner auf 0,30 Quadratkilometern, und ein großer Teil des Wohnraums sind Zweitwohnsitze und Ferienwohnungen. Du schläfst hier in einem Viertel, das überwiegend aus Gästen besteht, mit allem, was das mit sich bringt: gepflegte Fassaden, wenig Alltag, kein Bäcker um die Ecke, an dem sich morgens die Nachbarschaft trifft.
Das Angebot besteht entsprechend zu einem großen Teil aus Wohnungen und ganzen Häusern. Für Familien und Gruppen ist das ein Vorteil, weil du auf engem Raum mehr Schlafzimmer bekommst als in einem Hotel derselben Preisklasse. Für Alleinreisende, die Frühstück und Rezeption schätzen, ist es eher eine Einschränkung.
De Waterkant ist außerdem Kapstadts Ausgehviertel für queere Gäste, und die Somerset Road am unteren Rand ist die Achse dafür. Wie es dazu kam und was rechtlich dahintersteht, steht unter Freizeit. Praktisch heißt es: Am Wochenende ist unten am Hang bis spät Betrieb, oben in den Gassen dagegen nicht.
Die Gassen sind eng, alt und teilweise gepflastert, und Parken ist der wunde Punkt. Wenn zur Unterkunft ein Stellplatz gehört, ist das hier mehr wert als in anderen Vierteln. Wenn nicht, rechne mit Suche und mit einem Fußweg mit Gepäck über Kopfsteinpflaster.


















